Nachhaltigkeit – Was tust Du eigentlich für das Klima?

Da schaut es einen an, das Eisbärenbaby, mit den runden Knopfaugen. Es sitzt auf einer kleinen Eisscholle und schreit. Rundherum ist viel Wasser. Diese oder ähnliche Bilder sind es die Emotionen wecken, wenn es um die Klimaerwärmung auf unseren Planeten geht. Dazu noch ein paar Hitzetage und schon ist die Aussage, dass es in den nächsten Jahrzehnten ziemlich warm wird perfekt.

Nachhaltigkeit - Was tust Du eigentlich für das Klima
Nachhaltigkeit – Was tust Du eigentlich für das Klima

Doch machen wir es uns damit nicht etwas zu einfach? Wem nützt es, wenn wir bei diesen Bildern traurig dreinschauen und uns wenige Minuten später ins Auto setzen um den nur wenige Minuten entfernten Supermarkt anzusteuern? Wem ist, damit Genüge getan, wenn sich die Lebensmittel in den Tiefkühlschränken stapeln, obwohl das Zubereiten von frischen Produkten nicht nur leckerer, sondern aus ökologischer Sicht wesentlich effektiver wäre? Was haben wir davon, wenn der gerade noch so aufwühlende Film über die Klimaerwärmung im Fernsehen ausgeschaltet wird, um danach an den PC zu gehen und die nächste Flugreise auf einen anderen Kontinent geplant wird?

Reden ist Silber – Schweigen ….

Das sind alles Fragen die mich bewegen, wenn es um das Thema Umwelt und um die Folgen unseres menschlichen Fehlverhaltens im Umgang mit unserer Erde geht. Und bei allen Überlegungen lande ich immer bei dem gleichen Ergebnis. Was für den einen möglich ist, liegt für den nächsten in weiter Ferne. Es ist leicht gegen den Abbau von fossilen Rohstoffen zu sein, wenn man in keiner Form davon abhängig ist. Dagegen ist es schwer auf den Kauf des neuesten Handys zu verzichten, nur weil das alte Gerät nicht mehr cool genug ist. Es ist demnach nicht der Mensch neben dir, der etwas für ein ausgewogenes Klima tun kann, sondern das bist du selbst. Oder um das Zitat von vom 35. Präsidenten der USA J. F. Kennedy etwas abzuwandeln – „Frage nicht was andere für die Umwelt tun, sondern was du für die Umwelt tun kannst.“

„Melde dich mal für ein Trabi an“ – sagte mein Chef in meinen damaligen Job zu Zeiten der DDR. „Warum soll ich das tun?“, war meine damalige Antwort. „Ich komme doch überall hin auch ohne eigenen Fahrzeug.“ Damals war dies eine Sicht der besonderen Art. Denn jeder meldete sich für ein Auto an, auch wenn da die Aussicht selbiges zu erhalten, 10 Jahre dauerte. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann war dies mein erster Schritt etwas für unsere Umwelt zu leisten.

Wetter & Klima – Eine Faszination

Damals war ich 18 Jahre alt. Schon 10 Jahre davor begann ich mich für das Wetter zu interessieren. Notierte täglich die Temperaturen des Tages, den Luftdruck und sonstige Ereignisse. Es folgten selbstgebaute Wetteransage Stationen. Mein Vater schlug damals die Hände über den Kopf zusammen, als er den vermissten Kassettenrecorder fand, den er aus dem anderen Teil Deutschlands als Geschenk erhielt. Nun war dieser fest in einem quadratischen Holzkasten verbaut, der auf unseren Hausflur stand. Menschen konnten vorbeigehen, auf den Schalter drücken und es erschallte der von mir gesprochene Wetterbericht.

Heute nach 40 Jahren heißen solche Geräte Alexa, Siri oder Google Now. Sie können weit mehr als mein damaliges selbstgebaute Gerät. Doch der Unterschied ist aus der ideellen Sicht gesehen, heute noch viel größer. Damals wie heute bin ich begeistert, wie die natürlichen Prozesse der Erde funktionieren. Selbst in der Zeit in der ich mich intensiv mit dem Wetter an sich beschäftigte, gab es bereits die ersten Vermutungen, dass der Mensch einen immer größer werden Einfluss auf das Klima hat. Dies könnte man selbst in einem Land wie die DDR lesen, wenn man es nur wollte. Und dies, obwohl man in Gegenden in denen ich damals gewohnt habe, an einigen Tagen schwarze Fäden auf der an der Luft getrockneten Wäsche fand, weil das Braunkohleveredelungswerk die Umweltsünden mal wieder in die falsche Richtung ausblies.

Lasst Taten sehen

All dies hat mich geprägt. Und so verzichte ich noch heute auf ein Auto, weil es in einer Stadt einfach nicht notwendig ist mit einem Fahrzeug unterwegs zu sein. Laut der Internetseite co2online.de verbrauchen Singlehaushalte pro Jahr ca. 1400 kWh an Strom. Bereits in den letzten Jahren lag ich weit unter diesen Wert. Durch den radikalen Einsatz von intelligenten Steckdosen konnte ich den Verbrauch im letzten Abrechnungsjahr auf 780 kWh pro Jahr senken. Die Motivation etwas für unser Klima zu tun, spielt dabei eine große Rolle.

Mein Beitrag - Privater Stromverbrauch noch einmal gesunken
Mein Beitrag – Privater Stromverbrauch noch einmal gesunken

Als weiteren Weg etwas für die Gesundung unserer Erdatmosphäre zu tun, ist der im letzten Jahr geänderte Umgang mit Lebensmitteln. Der Kauf von „Megagünstigen-Sparangeboten“ gehört der Vergangenheit an. Gekauft wird nur noch, dass was ich wirklich benötige, um aus meiner Sicht gesund zu leben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Verzehr von regionalen Produkten. Sozusagen eine persönliche Ökobilanz der Ernährung. Dazu kommt die Entscheidung auf Plastikmüll so gut wie es nur geht zu verzichten und für regionale Reisen nicht das Flugzeug zu nutzen. Ich liebe es mit der Bahn zu fahren. Auch wenn diese häufig in der Kritik steht, ist es das Verkehrsmittel meiner Wahl.

Mehr ist immer möglich

All dies sind Beiträge, die ich persönlich auf meine Habenseite lege. Und dennoch sind weitere Anstrengungen möglich und nötig. Über die weiteren Schritte entscheide ich allein. Verordnungen von oben wie zum Beispiel die angedachte CO2-Steuer bringen da nur wenig. Es ist der reale Beitrag des Einzelnen entscheidend. Nicht der finanzielle Freikauf aus dem schlechten Gewissen. Gemäß dieses Grundsatzes ist für mich Friday for Feature ein Ansatz, den ich nur in Teilen gut finde. Zu einem engagieren sich junge Menschen für die radikale Änderung der Klimapolitik und auf der anderen Seite vermisse ich den eigenen Beitrag derjenigen, die medienwirksam unterstützt, demonstrieren. Wir benötigen beides. Das Infragestellen von alten Gewohnheiten, als auch das gleichzeitige Brechen mit diesen. So sehe ich keinen Unterschied zwischen den Kohleabbau und den Abbau Seltener Erden. Wenn wir auf die Energie durch fossile Brennstoffe verzichten, dann gehört eben auch ein Verzicht auf so manches Konsumgut dazu, indem Rohstoffe wie Neodym und Kobalt verbaut sind.

Träume groß - Lass es geschehen
Träume groß – Lass es geschehen

In diesen Tagen wurde von der Forschungsgruppe Wahlen eine Umfrage veröffentlicht, in der die Menschen nach der Parteipräferenz und zu ihrem Flugverhalten befragt wurden. Wie wir wissen, werden die Grünen gegenwärtig von einer Welle der Sympathie getragen. Doch ausgerechnet die Wähler der Grünen, sind diejenigen die am meisten das Verkehrsmittel Flugzeuge nutzen. – Die politischen Mitstreiter können sich nach dieser Umfrage ruhig zurücklehnen. Denn der gegenwärtige Höhenflug, erweist sich mit dieser Umfrage, als Spitzenwert mit geringer Halbwertzeit. Sobald die ersten Vorschläge kommen, die ans eigene Portemonnaie gehen, werden die Vielflieger in andere politische Lager umschwenken.

Was jedoch bleiben wird, ist folgende Frage: „Nachhaltigkeit – Was tust Du eigentlich für das Klima?“