Los raus hier! – 1 Jahr unterwegs

Es gibt Menschen die brauchen fast täglich Veränderungen in ihren Leben. Und dann gibt es solche, die mögen dies überhaupt nicht. Ich gehöre wohl irgendwo dazwischen und dennoch benötige ich oft einen Anstoß um etwas zu verändern. Ist erst einmal die Erkenntnis zur Neugestaltung in mir gereift, so mache ich dies auch mit maximaler Energie und allen daraus entstanden Konsequenzen. Sozusagen wird in mir das Widerstrebende durch die Einsicht in das Notwendige besiegt. Eines der großen Änderungen in meinem Leben, war der Umstieg in meinen neuen Beruf als Bürokaufmann in den Jahren 2007 – 2009. Weg vom Beruf der mich damals gesundheitlich an meine Grenzen gebracht hat, hin zu einem Job, in dem ich meine Fähigkeiten des Organisierens, des strukturellen Arbeitens und der Freude an der Erbringung von Dienstleistungen voll ausleben konnte.

Und das ist einer meiner Stärken .....
Und das ist einer meiner Stärken …..

Das ist nun schon einige Jahre her und es wurde Zeit für etwas Neues. In der Freizeit unter Menschen zu sein und einfach nur Spaß zu haben, fiel mir in den bisherigen Jahrzehnten meines Lebens nicht immer leicht. Beruflich war das nie das Problem. Da gehörte es halt dazu. Doch im privaten haperte es an Engagement und Willensstärke.  Anfang August 2017 war er dann da, der Vorsatz etwas zu verändern. Wie es dazu kam, soll mein Geheimnis bleiben. Ich beschloss alle Dinge die mich bisher davon abgehalten hatten das Leben zu genießen, bedingungslos zu hinterfragen.

Und das ist eine meiner Stärken –bedingungslos –  bereit für  konsequente Veränderungen. Angefangen hat es mit einem Cocktailkurs. Den hätte ich früher total abgelehnt. Mit dem Besuch verband sich ein Gefühl, dass der Abend mehr Spaß machte als Angst. Dies war entscheidend für die weiteren Vorhaben. Der Prozess setzte sich mit der Änderung des Kleidungsstils fort. Als auch dies gut funktionierte und ich mich damit sehr wohl fühlte, folgte der eigentliche Schritt. Ich beschloss, mindestens einmal am Wochenende etwas zu unternehmen. Weg von PC und TV hin zu Menschen und neuen Erlebnissen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war es, alte Ängste über Board zu werfen. Als ich mich damit auseinandersetzte, kostete dies jede Menge Energie. Doch im Sinne meines Vorsatzes, schöpfte ich daraus auch neue Kraft. Und es begann tatsächlich Spaß zu machen.

Vom Laufen zum Radfahren .....
Vom Laufen zum Radfahren …..

Ich startete mit kleinen Dingen. Ein örtlicher Sportverein war neu in die 3. Liga aufgestiegen und da sie in der Nähe meines Wohnortes ihre Heimspiele austrugen, war das ein cooler Einstieg. Bisher hatte ich mit der Sportart nicht viel Kontakt. Doch das der Kleine den Großen es mal so richtig zeigte, gefiel mir. Also hatte ich für manches Wochenende schon einen Ort für mich gefunden. Doch was war mit den Tagen als die Auswärtsspiele waren? Zunächst war es der obligatorische Kinobesuch. Was danach folgen sollte, benötigte weitere Veränderung.

Wenn ich bisher schon mal wegging, dann war es ja meist so, dass ich irgendjemand einen Gefallen tun wollte. Ich tat somit etwas, was ich eigentlich nicht wollte. Es entstand die erste goldene Regel: „Ich mache nur noch Dinge die mir Spaß machen.“ Am Anfang hat man da noch ein bisschen schlechtes Gewissen, aber Menschen denen du etwas bedeutetest verstehen das. Mit dieser Überlegung entstanden zwei weitere Leitlinien die mich zu neuen Aktivitäten motivierten. Und die sahen dann so insgesamt so aus:

  1. Ich mache das um Spaß zu haben
  2. Es gibt keine Grenzen für Neues
  3. Dinge die mir Spaß machen, dürfen gern wiederholt werden
Bonn steht Kopp 2018
Bonn steht Kopp 2018

Versteckte ich mich früher mit der einen oder anderen Unternehmung, so sollte dies jetzt jeder wissen. Dazu gehört auch die Besuche bei der Sängerin Helene Fischer. Hätte ich mich früher über eine negative Bemerkung darüber geärgert, so zauberte das ein leichtes Lächeln auf mein Gesicht. Denn jede noch so unpassende Bemerkung bedeutete für mich, es hat jemand bemerkt, dass ich Spaß dabei habe. Ich drehte den Spieß also um und verwendete diese Aussagen für mich als Multiplikator.

Am 11.11. war ich dann das erste Mal in meinen Leben auf einer Veranstaltung die ich früher nie besucht hatte. – Eine Karnevalsveranstaltung. Ich fand es lustig, also sollte es nicht die einzige bleiben. Es gab Situationen die sich zunächst schwierig anfühlten. Zum Beispiel allein über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Aber alle Mentalität war verflogen, als ich mich an den ersten Punkt meines Vorhabens erinnerte.

Es folgten Essen in Wirtshäusern, indem mich vorher keine 10 Pferde bekommen hätten. In dieser Zeit gab es den einzigen kleinen Tiefpunkt. Das war der 31.1.2017. Trotz aller Bemühungen gelang es mir da nicht eine Veranstaltung zu finden, die zu meinen Vorsätzen passte. Doch dies spornte mich noch mehr an. Und so besuchte ich weitere Karnevalsveranstaltungen. Schon komisch, wenn man auf einmal Spaß an Sachen hat, die man früher abgelehnt hatte. Durch diese Events lernte ich neue Gruppen wie z. B. die Band Querbeat kennen. Ein persönlicher Höhepunkt war für mich, als ich als König zum Karnevalsspiel der Sportmannschaft fuhr, die für mich den Weg in die Veränderungen unbewusst geebnet hatte.

Eurovision in Concert 2018
Eurovision in Concert 2018

Es folgten Besuche von Konzerten an ganz kleinen Veranstaltungsorten wie der Bonner Harmonie und die Stippvisite von Straßenfesten. Dann ein weiterer Höhepunkt für mich. Die Reise zum Eurovision in Concert in Amsterdam mit anschließenden Besuch der After-Show-Party. Allein an diesen Tagen, ließ ich in Hollands Hauptstadt weitere alte Gewohnheiten hinter mir. Als bekennender Fan des Eurovision Song Contests, der großartigen länderverbindenden Party, war das mit den von mir selbst erstellten Regeln, auch nicht so schwer. Weiter ging es mit Museumsbesuchen oder weiteren Events wie Rhein in Flammen und den Kölner Lichtern. Und auch meine sportlichen Aktivitäten gestaltete ich anders.

Viele Dinge wiederholte ich gemäß meiner Grundsätze. Nicht alle habe ich hier aufgezählt, denn 52 Wochenenden sind ziemlich viel. Um so stolzer blicke ich darauf zurück, was ich für mich erreicht habe. Die nächsten neuen Aktivitäten sind schon geplant. Selbstverständlich bleiben diese mein Geheimnis. Solange –  bis man diese auf Facebook, Twitter oder Instagram findet.

Das eine Jahr ging richtig schnell vorbei und es hat sich einiges geändert. Und ich habe Lust weiterzumachen.

 

Die Welt ist schön, wenn Du sie änderst!