Von Sachen die verloren gehen!

Der feine Herr Hoeneß hat das Spiel verloren. Diesmal war es nicht das Spiel das Spiele, auch nicht der Kampf um einen wirtschaftlichen Erfolg eines Sportvereins, sondern der ganz persönliche Fight des Menschen Hoeneß. Eines Menschen, der steht’s hohe Maßstäbe an das Verhalten anderer Menschen ansetzte. Dabei trat er gern in Talkshows auf und ließ uns in den Printmedien, an seinen Überzeugungen teilhaben. Dies ist per se nichts Schlechtes. Allerdings wird das Gesagte zum Bumerang, wenn das Verhältnis zwischen den was man sagt und dem was man tut nicht mehr stimmig ist. Zitate wie

„Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen, ist auch keinem geholfen. Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen Mann kein Stück besser.“ (Quelle: ZDF „Maybrit Illner 2009“)

wirken im Nachhinein wie blanker Hohn. Von 2003 angefangen, zockte er mit unvorstellbaren großen Mengen Geld. Dabei waren es am Anfang Gewinne und später jede Menge Verluste. Dass er dabei „vergaß“ seine Steuern zu bezahlen, lasse ich mal dahingestellt.

Wer sich mit Worten an Diskussionen laut und aggressiv beteiligt, von dem verlange ich, ein gewisses Maß an Ehrlichkeit zwischen dem Tun und Sein. Es entsteht eine Pflicht, die darauf beruht, dass ich mich mit der Meinung des anderen, aufgrund der vorgetragenen Aggressivität, auseinandersetzen muss.

Wir erleben diese Spannungen jeden Tag im täglichen Leben. So sind wir Menschen eben. Immerhin können wir meistens selbst entscheiden, ob wir diese Unterschiede ansprechen oder ertragen mögen. Bei Menschen die im öffentlichen oder medialen Mittelpunkt stehen (wollen, sollen, müssen), können wir dies nicht. Daraus erwächst eine schwere Last und Verantwortung. Letzterer ist Herr Hoeneß nicht gerecht geworden. Er hat das Spiel verloren.

Am Sonntag findet das Referendum über die Krim statt. Europa hat inzwischen akzeptiert, auch wenn es hier und da noch diplomatische Pflichtübungen gibt, dass die Krim zurück in das Eigentum Russlands wechselt. Die alte Regel „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“, gilt im Völkerrecht nicht. Im übrigen ist dies kein einmaliger Vorfall in der jüngsten Geschichte Europas. Erinnern wir uns nur an den Kosovo. Die serbische Regierung und deren traditionelle Schutzmacht Russland, betrachten heute noch, dieses Gebiet als serbisches Territorium.

Als man am 24.03.1999 zum Schutz der albanischen Bevölkerung serbische Ziele bombardierte und später den Kosovo durch die Nato besetzte, war ein Land immer dagegen – Russland. Mit dem einsetzenden Verfall Jugoslawiens, begann auf den Balkan ein Krieg nach den anderen. Tausende Menschen starben. Europa konnte nicht einfach zusehen. Daher griff man 1999 zu Recht im Kosovo ein. Aber der Stachel sitzt im russischen Herzen tief. Das Gefühl im Kosovo hintergangen zu sein, hat sich bis heute gehalten. Dies mag auch ein Grund mit dafür sein, warum man auf der Krim, völkerrechtswidrig handelt.

Verloren gegangen ist diese Woche ein Gegenstand, von dem man es eigentlich nicht vermutet – ein Flugzeug. In den Zeiten des Internets und Big Data, haben wir bereits gedacht, dass uns kein Ereignis entgehen kann. Dennoch ist Flug MH370 seit dem 7. März verschollen. Modernste Funk- und Sensortechnik an Board konnten nicht helfen, das Flugzeug zu finden. Auch die oft gepriesenen hochauflösenden Aufklärungssatelliten konnten nicht weiterhelfen.

Inzwischen gibt es, wohl eher aus Verzweiflung, Spekulationen darüber, dass das Flugzeug irgendwo gelandet sein könnte. Die anfängliche Annahme es handle sich um eine Entführung, wurde schnell verworfen. So gab es zwei Passagiere, die mit gestohlenen Pässe an Board gingen. Die inzwischen identifizierten Personen, wollten damit jedoch eher illegal u. a. in Deutschland einreisen als eine Maschine entführen.

Die Menschen reiben sich angesichts dieser Tatsachen, verwundert die Augen. Wie kann in dieser Welt, wo alles so perfekt überwacht scheint, ein Flugzeug verschwinden? Nehmen wir das Thema Überwachung manchmal doch zu ernst?

Und noch einer hat diese Woche verloren. Die Band Unheilig. Eigentlich hatte man die Teilnahme beim diesjährigen ESC schon fest eingeplant. Mit Millionen Albumverkäufen und tausenden Fans im Rücken, sollte der Vorentscheid nur eine Zwischenstation sein. Als ich die Teilnehmerliste las, war der erste Gedanke sofort, dass aufgrund der Bekanntheit niemand anderes eine Chance hat. Aber ich sollte eines besseren belehrt werden. Die Band Elaiza, die es erst seit einen Jahr gibt, konnte sich erfolgreich durchsetzen.

Nachdem man sich im letzten Jahr mit dem Abstimmungsmodus verspekuliert hatte, verzichtete man diesmal völlig auf einen Juryentscheid. Dieses Vorgehen führte dann zu einem wahren Abstimmungsmarathon, der sich am Ende jedoch als richtig und notwendig erweisen sollte.

Nachdem die ersten Songs aussortiert waren, konnte man in den folgenden 2 Runden wahres ESC-Feeling erleben. Mit jedem Auftritt von Elaiza steigerte sich die Begeisterung über die Newcomer. Und genau dies macht den ESC aus. Gewinnen kannst Du nicht, mit einer Wiederholung des Styles vom Vorjahr oder mit Mainstreamsound.

Und wenn ich dann sehe, dass da 3 Mädels auf der Bühne stehen, die eine mit einen Akkordeon, die andere mit einer Bratsche und mit einer Sängerin deren Wurzeln europäischer nicht sein können, dann ist dies genau was zum ESC passt. Mit dem Lied „Is it right“ darf sich Deutschland gut vertreten fühlen.

 

Die Welt ist schön, wenn Du sie änderst!

Leave a Reply

Your email address will not be published.

*