Frohes Fest mit Amazon und #Freiheit!

„Last Christmas I gave you my heart “ dröhnt es wie jedes Jahr aus allen Wellen der Radiosender. Ja es ist wieder soweit, Weihnacht, das Fest des totalen Konsumrausches ist wieder da! Hoch-Zeit bei den Versendern und Logistikpartnern. – Sollte man meinen – Doch da gibt es diesen von der Gewerkschaft Ver.di angeführten Streik.

Seit 2013 versucht die Gewerkschaft, Amazon den Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel aufzudrücken. Diese verweigern das Begehren der Gewerkschaft, da sich das Unternehmen eher in die Logistikbranche beheimatet sieht.

Nach einem Jahr Arbeit bei Amazon, bekommt ein Mitarbeiter der die Ware aus dem Lager entnimmt (Picker),  ganz ohne einen Tarifvertrag, 10,47 € pro Arbeitsstunde plus einen Bonus. Nimmt man diesen Bruttolohn als Grundlage, dürfte das Amazon-Gehalt für einen verheirateten jungen Menschen somit bei 1300,00 € Netto im Monat liegen. Dabei ist bei dieser Berechnung der Bonus noch nicht einmal enthalten. Das ist jetzt nicht ein superprächtiges Gehalt. Dennoch finde ich, es ist besser ein Job bei Amazon zu haben, als gar keinen. Und davon hat Amazon in den letzten Jahren reichlich geschaffen. Amazon spricht auf seiner Internetseite von über 9000 fest angestellten Vollzeitmitarbeiter in den Neun deutschen Logistikzentren.

Trotz der Streiks in 5 Logistikzentren, schafft es Amazon pünktlich zu liefern. Allein daran wird deutlich, welches riskantes Spiel die Gewerkschaft Ver.di spielt. Das liegt vor allem an die neuen polnischen Versandzentren in Posen und Breslau. Denn diese gewährleisten, dass unsere Geschenke pünktlich unter unseren Weihnachtsbäumen landen. Nur zu dumm, dass die dortigen Arbeiter gerade einmal 3,00 € für die Arbeitsstunde bekommen. Prima, liebe Ver.di Verantwortlichen, das nenne ich mal solidarisch.

Amazon ist ein Unternehmen aus den USA. Diese sind nicht besonders für ihre soziale Ader bekannt. Es sei denn man betrachtet das von Unternehmen wie Facebook und Apple kostenlos angebotene „Social Freezing“ als innovativen emanzipatorischen Fortschritt.

Nicht nur aus den oben genannten Gründen finde ich es gut ein Auge auf die Verhandlungen über das Transatlantische Freihandelsabkommen zu haben. Ein Abbau von Rechten von Arbeitnehmern darf es in diesen Zusammenhang nicht geben. Dennoch ist es falsch, Maximalforderungen gegen Firmen aus Amerika mit allen Mitteln durchsetzen zu wollen. Am Ende werden die Amazon-Manager den Taschenrechner zücken und feststellen, dass es auch andere Lösungsmöglichkeiten für diesen Konflikt gibt. Die Verantwortung dafür tragen einzig und allein diejenigen, die jetzt meinen am längeren Hebel zu sitzen.

#Freiheit – so lautete ein Twitter Hashtag in den vergangenen Tagen. Im ersten Moment dachte ich irgendjemand auf dieser Welt bedarf unsere Hilfe. Doch ich wurde ein wenig enttäuscht. Simon Unge und mit über zwei Millionen Abonnenten, ein gut verdienender Youtube-Star war mit der Vermarktung durch das Netzwerk „Mediakraft Networks“ unzufrieden. Statt nun wie jeder normale Wirtschaftspartner seine Zusammenarbeit durch Kündigung des Vertrages zu beenden, holte er zu einen großen Rundumschlag aus. Zunächst schloss er seine zwei Youtube Kanäle um dann gleichzeitig einen neuen zu eröffnen. Das ist im Prinzip seine Sache, wenn er damit keine Vertragsverletzungen begeht.

Letzteres kann man nicht ausschließen, nachdem er sich über seinen bisherigen Partner wie folgt äußerte: „Das Netzwerk achte nur auf Zahlen und Investoren und kümmert sich einen “Scheiß” um die Partner!“

Nun mögen ja Netzwerke, Netzwerke heißen, aber in Zusammenhang mit Verträgen, sind sie letztendlich nur ein verklausulierter Begriff, für ein ganz normales Unternehmen, welches eben auf Zahlen und Investoren achten muss. Bei Missachtung dieser Grundsätze, wird es eben nicht erfolgreich sein. In einem Beitrag der Radiosendung „ARD-Infonacht“ vom 23.12.2014, konnte man erfahren, dass Stars und Sternchen bei Youtube, schnell mal 40.000 € pro Monat verdienen. Naturgemäß sind dies meist junge Menschen, die sich dann in Verträge stürzen ohne diese im schlimmsten Fall, auch nur einmal gelesen zu haben. Schnell gehen dann mal von dem gut verdienten Geld, 40 Prozent und mehr an die „Netzwerker“ verloren. Es geht also um knallharte wirtschaftliche Interessen!

Was mich jedoch am meisten störte, war der Begriff „Freiheit“ im Zusammenhang mit einer missglückten Zusammenarbeit. Verträge sind nun einmal dafür da um eingehalten zu werden. Wer dagegen die Öffentlichkeit missbraucht, um sich aus diesen zu lösen, ist eindeutig in der falschen Richtung unterwegs.

Der Begriff „Freiheit“ steht denjenigen nicht zu, der sich in Verträge begibt. Das weiß der Mieter eines Wohnung, das weiß der Käufer eines Artikels im Supermarkt und das wissen die Partner die vor der Ehe einen Vertrag schließen. Freiheit ist nicht der Freibrief zum Rechtsbruch.

„Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ , so Rosa Luxemburg.

Diesen Satz gilt es zu hüten und zu schützen vor medialer Instrumentalisierung. Wenn jemand mit den neuen Medien so erfolgreich ist, dann gönne ich Ihn diesen Erfolg. Erfolgreich sein heißt aber auch Verantwortung. Diese ließ Unge aber bei seinen Videostatement eindeutig vermissen. Stattdessen folgte ein Video mit einem wohlausgewählten Titel „Die schwerste Entscheidung meines Lebens“ und ein medienwirksamer Hashtag.

Der neu eröffnete Youtube Kanal – „Unge“ hat inzwischen schon wieder über 500.000 Abonnenten. Einen Marketingberater benötigt der Youtube-Star nicht mehr.

Frohe Weihnachten lasst Euch reich beschenken. Vergesst nicht die Menschen die auf dieser Erde die Freiheit nicht so erleben dürfen, wie wir sie hier in Deutschland kennen.

 

Die Welt ist schön wenn Du Sie änderst!

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