Datenschutz – Wozu noch?

Haben Sie nicht letztens erst, auch eine Datenschutzerklärung unterzeichnet? Haben Sie diese gelesen und verstanden? Prima, wenn Sie alle Punkte mit „Ja“ beantworten können. Fast täglich geben wir unsere Zustimmung zur Speicherung personenbezogenen Daten. Dies geschieht beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages, in den sozialen Netzwerken oder beim Shopping im Internet.

Die Datenschutzbestimmungen in Deutschland, sind mit die strengsten Gesetze um das Recht auf informelle Selbstbestimmung durchzusetzen. Doch was nutzen diese, wenn in Zeiten der Globalisierung Freund wie Feind mit unseren Daten umgeht, als wäre der Schutz der Privatsphäre eine Sondermülldeponie?

Fast im wöchentlichen Rhythmus hören wir Neuigkeiten von Edward Snowden. Mit jeder Neuigkeit wundern und erschrecken wir uns, was alles mit unseren Daten getrieben wird. Was nutzen uns die schärfsten Bestimmungen, wenn diese an Ländergrenzen halt machen? Erst am Freitag dieser Woche erfuhren wir, dass die NSA im Jahr 2011 über 200 Millionen SMS pro Tag gesammelt hat. Niemand glaubt doch wirklich, dass die NSA die einzige Organisation ist, die weltweit den Datenverkehr in vielen Bereichen des Lebens kontrolliert.

Dabei wird es vielen Unternehmungen besonders leicht gemacht. Ich persönlich denke an Unternehmen wie Google, Microsoft, Facebook und andere. Google erweiterte z. B. in dieser Woche sein Geschäftsfeld  durch den 3,2 Milliarden Kauf der Firma Nest. Diese ist Spezialist im Bereich vernetzte Haustechnik. Immer weiter dringt man in unsere private Sphäre ein. Ich finde die angebotenen Dienste, die aus der Datensammelwut entstehen, oft  als ein Plus für das tägliche Leben. Aber der Deal – Big Data gegen Wohlstand und Bequemlichkeit – ist der Preis, den wir alle dafür zahlen müssen.

Kein Gesetz dieser Welt kann diese Entwicklung stoppen. Verstehen Sie die Einstellungen bei Google+, verstehen Sie die unzähligen Datenschutz-Abfragedialoge bei anderen Dienstleistern? So ist es mir diese Woche passiert, dass ich eine Facebookfreundschaft (Achtung Neudeutsch) unfriendet habe und trotzdem war ich für diese Person im Facebook-Chat erreichbar!? Natürlich könnte ich den Nutzer blocken. Aber wozu, wenn ich schon einmal gesagt habe, ich möchte mit dieser Person nichts mehr zu tun haben? Ganz zu schweigen davon, wenn man mehrere Google-Konten besitzt. Da werden die Daten hin- und hergeschaufelt, das man meinen könnte Google spielt „Ich packe meinen Koffer“!

Das Sammeln von Daten und daraus hervorgehende Geschäfte, ist in unseren Alltag eingezogen. Mails, Videoübertragungen, SMS, Telefongespräche, Einkaufsstatistiken alles kann gesammelt und ausgewertet werden. Dieses sollte man sich bewusst sein. Wer garantiert denn, dass der Kauf eines Kochtopfes, nicht deshalb registriert wird, weil sich dieser auch zum Bombenbau eignet?

Barack Obama meinte am Freitag in seiner Rede, dass Ausländer nur dann überwacht werden sollen, wenn dies für den Anti-Terrorkampf nötig ist. Mit dieser Aussage ändert sich, zur Spionage-Praxis in der Vergangenheit nichts. Alles bleibt wie es war. Nur bis es wieder einen Whistleblower gibt, der die Praxis aufdeckt, wird ein bisschen dauern.

Trotz der härtesten Datenschutzgesetze in Deutschland, wird es folglich in Zukunft eher noch schlimmer um diesen bestellt sein. Das ist der Preis den wir alle dafür zahlen müssen, damit wir es bequemer im Leben haben und Terror gegen wen auch immer abgewehrt wird. Ich denke da z. B. an öffentliche Kameras an öffentlichen Plätzen. Hätten die Täter die am 10.12.2012 am Bonner Hauptbahnhof mehrere Menschen in den Tod reißen wollten, nicht schon verurteilt sein können, wenn es eine funktionierende Überwachung gegeben hätte?

Nutzen wir unsere gesetzlichen Möglichkeiten zum Datenschutz, wann immer es möglich ist. Seien wir uns jedoch bewusst, spätestens an der Länder-Grenze endet dieser. Sei es am Schlagbaum oder an der virtuellen Grenze im Internet.

 

Die Welt ist schön, wenn Du Sie änderst!

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