Ärzte mit Grenzen – Eine Chronologie

Gestern Abend ist mir etwas passiert, vor dem ich immer ein wenig Angst hatte. Nach einen anstrengenden Tag, ich glaube es war gegen 23.00 Uhr wollte ich wie immer Abends, meine Kontaktlinsen entfernen. Und so ging die Geschichte weiter.

  • 23.15 Die rechte Kontaktlinse rutscht mir aus den Augenbereich. An sich, nichts ungewöhnliches, dies passiert schon mal. Nach ca 10 min vergeblichen Versuchen, wurde ich doch schon etwas ungeduldig. Ich konnte die Kontaktlinse nicht mehr fühlen. Aber es tat auf der rechten Augenseite richtig weh.
  • 23.30 Die linke Linse entfernte ich problemlos. Dachte mir wenigstens eine raus. Sonst spielt die auch noch verrückt.
  • 23.35 Ich widmete mich wieder der rechten Linse. Langsam wuchs in mir mit der Ungeduld eine leichte Panik heran.
  • 0:00 Ich gebe es auf und googele nach dem Thema: „Linse verrutscht. Hilfe“
  • 0:15 Vieles gelesen aber nicht schlauer. Wichtig allerdings auch nicht Unbekannt war mir die Aussage Ruhe bewahren.
  • 0:20 Ich probiere es mit einer Salzlösung und ständiges Massieren
  • 1:30 Ich gebe das erste Mal auf.
  • 3:30 Erneute Versuche die Linse herauszubekommen.
  • 5:30 Ich gebe es erneut auf. Beschließe gegen 08.00 Uhr ins Krankenhaus zur Ersten Hilfe zu fahren.
  • 7:30 Erneute Versuche. Ich fühle die Linse und habe diesen unangenehmen Schmerz, wenn Sie sich am Auge festsaugt.
  • 08:30 Bus kommt. Sehe nix. Alles blöd.
  • 08:45 Umsteigen
  • 09:00 Krankenhaus Köpenick. Der nette Mensch von der Ersten Hilfe rät mir doch lieber in das Marzahner Unfallkrankenhaus zu fahren.
  • 09:40 twittere mein Missgeschick.
  • 10:00 Komme in der Unfallklinik an. Frage mich durch bis zur Augenklinik.
  • 10:45 Nach langen suchen komme ich dort an.
  • 10:50 Nach der Zahlung der 10.00 € Praxisgebühr, werden meine Augen getestet.
  • 10:55 Ich darf mich wieder setzen. Werde vom Arzt Hr. M. empfangen
  • 10:00 Mein rechtes Auge wird nach der Linse abgesucht. Dabei muss ich immer wieder nach allen möglichen Richtungen blicken.
  • 10:15 Er kann keine Linse finden. Ich sage immer wieder „Das Auge tut aber so weh“. Er tastet und sucht erneut.
  • 10:20 Linse wird nicht gefunden.
  • 10:25 Diagnose: Bindehautreizung. Die Linse soll ich beim rausnehmen verloren haben! Therapie Augentropfen.


  • 10:30 Ich versuche beim Suchen der Bushaltestelle mir die Diagnose schmackhaft zu machen. Denke an die Kosten für eine Neue, an die Schmerzen im Auge und ob ich sie vielleicht noch wiederfinden kann, wenn es denn so sein sollte.
  • 10:45 Finde keine Haltestelle. Kein Wunder sehe ja nix. Orientiere mich intuitiv an U-Bahnschienen und Straßenlärm.
  • 11:00 Erreiche die Haltestelle.
  • 11:15 Meine Sorgen wenn ich an das schmerzende Auge denke, finden keinen Halt mehr. Es kullern Tränen.
  • 11:20 Es gibt ein Ruck im rechten Auge. Ich spüre die Linse. Der Schmerz ist urplötzlich verschwunden. Es gibt ein „plumps“ und ich fasse es nicht!!!! Die Linse ist wieder genau dahin gerutscht, wo diese eigentlich hingehört.
  • 11:25 Unendliche Freude und zugleich ein wütender Reflex auf den Arzt.
  • 11:40 Der Bus ist da. Prüfe immer wieder ob dies alles so wahr ist.
  • 11:55 Beschließe Einkaufen zu gehen um wenigstens ein bisschen Zeit wieder rauszuholen.
  • 12:20 Ich komme zu Hause an.
  • 12:21 Ich entferne erfolgreich wie „fast immer“ die rechte Linse. Bin glücklich.

Ich bin sehr verärgert über den Arzt. Habe 10,00 € bezahlt für nichts und wieder nichts. Ich gehe sowieso nie gerne zu den Ärzten. Wieder einmal wurden alle Vorurteile gegenüber des Deutschen Gesundheitssystems in wenigen Minuten bestätigt.

Die größere Freude ist jedoch das alles wieder OK ist.

Die Welt ist schön wenn Du Sie änderst!